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Kommunalwahl 2026: Klimaschutz aus Sicht der Kandidaten

In einer Mailingaktion haben wir die Landrats- und OB-Kandidaten für Bamberg und Coburg angeschrieben und um Beantwortung von fünf Fragen zum Themenbereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit gebeten:

… zunächst möchten wir unseren Respekt ausdrücken, dass Sie als Landrats—/OB-Kandidat/-in bereit sind, in der Kommunalpolitik Verantwortung zu übernehmen.

Wir, das forum1.5 Bamberg-Coburg e.V., eine zivilgesellschaftliche Organisation, welche sich für die Einhaltung des 1.5 Grad Ziels einsetzt, möchten Sie als Kandidat/-in zu diesem Themenkomplex befragen.

Viele der drängendsten Probleme unserer Zeit (Klimakrise und Artensterben, um nur zwei zu nennen) werden aufgrund politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen zunehmend von aktuellen Fokus-Themen wie Wirtschaftswachstum, Umbruch der politischen Weltordnung etc. überschattet und treten immer weiter in den Hintergrund. Dabei ist es für unsere Zivilisation überlebensnotwendig, dass diesen Themen höchste Aufmerksamkeit geschenkt wird und mit großer Dringlichkeit Lösungsansätze gefunden und umgesetzt werden. In der Umsetzung stehen vor allem die Kommunen an vorderster Front. Hier entscheidet sich, ob ein nachhaltiger Wandel gelingt!

Sie stellen sich am 8. März zur Wahl als Landrats-/ OB-Kandidat in Coburg / Bamberg. Somit sind Sie bereit, eine Vielzahl an Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen, aber auch die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung in Bamberg zu übernehmen. 

Wir würden uns freuen, wenn Sie die folgenden Fragen beantworten würden: 

  1. Welchen Stellenwert hätten Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Ihrer Amtsführung im Vergleich zu anderen kommunalen Aufgaben? Welches konkrete Ziel verfolgen Sie in diesem Bereich bis 2032?
  2. Welche zwei bis drei konkreten Maßnahmen auf kommunaler Ebene halten Sie für notwendig, um mit erneuerbaren Energien einen wirksamen Beitrag zur Energie- und Versorgungssicherheit zu leisten? Welche Rolle spielen dabei regionale Wertschöpfung, kommunale Beteiligungsmodelle und der Aspekt eines Beitrags zur nationalen Sicherheit/Unabhängigkeit?
  3. Ihr Landkreis/Ihre Stadt kann viele Dinge selbst entscheiden und auf den Weg bringen. Manches gelingt nur in der Kooperation mit den „Nachbarn“. Wo sehen Sie konkrete Kooperationsmöglichkeiten und -notwendigkeiten?
  4. Haben Sie die Absicht, Bürger*innen aktiv in die demokratischen Entscheidungsprozesse einzubinden und wenn ja, wie?
  5. Die Auswirkungen des Klimawandels wie Extremwetter oder wirtschaftliche Folgen können in der  Gesellschaft zu Zukunftsangst und Unzufriedenheit führen. Dies kann politische Extreme, Populisten und demokratiefeindliche Strömungen stärken. Mit welchen Maßnahmen / Ideen wollen Sie die Demokratie in ihrer Kommune/Landkreis stärken?



Wir stellen nachfolgend die Antworten der Kandidaten aus Bamberg und Coburg in der zeitlichen Reihenfolge des Mail-Eingangs dar.

  1. Welchen Stellenwert hätten Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Ihrer Amtsführung im Vergleich zu anderen kommunalen Aufgaben? Welches konkrete Ziel verfolgen Sie in diesem Bereich bis 2032?

Antworten:

Hans-Günter Brünker, VOLT, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben für mich einen sehr hohen Stellenwert, denn langfristig ist der Klimawandel die größte Herausforderung, vor der wir stehen.
Bis 2032 muss es unser Ziel sein, die lokalen Potenziale nachhaltiger Energieerzeugung wirtschaftlich sinnvoll auszuschöpfen und gleichzeitig die lokalen CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Das erfordert, alle kommunalen (Bau-)Projekte systematisch auf ihre Klimaverträglichkeit zu überprüfen und sie frühzeitig zu möglichen Verbesserungen zu beraten.

Dominik Sauerteig, SPD, Oberbürgermeister Stadt Coburg

Ich habe bereits in den vergangene 6 Jahren meiner ersten Amtszeit gezeigt, dass ich Klimaschutz und Nachhaltigkeit sehr ernst nehme. Auch wenn der Gesetzgeber diese für eine gute Zukunft wichtigen Themen bisher weitestgehend als freiwillige Leistungen einstuft, bringen wir uns als Stadt Coburg in meinem Auftrag aktiv in die „enkeltaugliche“ Gestaltung unserer Stadt ein. Das will ich auch in Zukunft tun. Hand in Hand mit den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und weiteren Akteuren. Sowie der geschaffenen Klimaunit der Stadtverwaltung, die überregional als Vorbild angesehen wird. Wir sind ja als Stadt bekanntermaßen auch Mitglied im Forum 1.5 Bamberg-Coburg. Wie ich mir u.a. Klimaschutz und Klimafolgenanpassung in Coburg konkret vorstelle, kann detailliert unter www.coburgfüralle.de nachgelesen werden. Dort ist mein detailliertes Wahlprogramm abrufbar.

Sebastian Niedermaier, SPD, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Als Unternehmer eines Bioland-Betriebs haben Klimaschutz und Nachhaltigkeit für mich einen sehr hohen Stellenwert. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass auch wirtschaftliche Stabilität und die aktuelle politische Lage große Herausforderungen für unsere Kommune darstellen. Diese Themen stehen jedoch nicht im Widerspruch zueinander: Eine klimaresiliente Stadtentwicklung ist vielmehr eine zentrale Grundlage für wirtschaftliche Stärke, Lebensqualität und soziale Stabilität.
Bis 2032 verfolge ich das Ziel, Bamberg konsequent klimaresilient weiterzuentwickeln. Dazu gehört insbesondere, die Stadt besser auf Starkregenereignisse wie im Mai 2024 sowie auf zunehmende Hitzetage vorzubereiten. Ein entscheidender Baustein ist der Schutz und die Erweiterung von Grün- und Freiflächen im Stadtgebiet, um Wasser zu speichern, Hitze zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität für die Menschen zu verbessern. 

Carsten Höllen, SPD, Landratskandidat Kreis Coburg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für mich zentrale Leitlinien meiner Amtsführung, die sozial gerecht, praktikabel und für die Menschen im Landkreis Coburg tragbar umgesetzt werden müssen. Die Kreispolitik hat zwar begrenzte Einflussmöglichkeiten auf Stadtentwicklung und Dorferneuerung, kann jedoch über seine eigene Verwaltung, Kreiseinrichtungen und Beratung der Kommunen, z. B. bei der Bauleitplanung, einen maßgeblichen Beitrag leisten. Zudem ist die Partnerschaft mit der Landwirtschaft entscheidend, um Klimaschutzmaßnahmen lokal wirksam umzusetzen, etwa durch Förderung von klimaangepasster Bewirtschaftung und regionalen Energieprojekten. Auch verfügt der Landkreis Coburg mit dem Landschaftspflegeverband über ein wirksames Instrument, mit wir seit vielen Jahren gemeinsam mit der Landwirtschaft Naturschutzprojekte auf den Weg bringen. Daran möchte ich weiter arbeiten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe: Der Einkauf und die Wertschöpfung vor Ort reduzieren Transportwege, unterstützen lokale Unternehmen und tragen gleichzeitig zum Klimaschutz bei. Mein Ziel bis 2032 ist, dass der Landkreis Coburg klimafreundlich arbeitet, Energie effizient nutzt, regionale Wirtschaftskreisläufe stärkt und die Bürger*innen aktiv in den Wandel einbezieht.

Thomas Ochs, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, Landratskandidat Kreis Bamberg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für mich zentrale Leitlinien meiner Amtsführung, die sozial gerecht, praktikabel und für die Menschen im Landkreis Coburg tragbar umgesetzt werden müssen. Die Kreispolitik hat zwar begrenzte Einflussmöglichkeiten auf Stadtentwicklung und Dorferneuerung, kann jedoch über seine eigene Verwaltung, Kreiseinrichtungen und Beratung der Kommunen, z. B. bei der Bauleitplanung, einen maßgeblichen Beitrag leisten. Zudem ist die Partnerschaft mit der Landwirtschaft entscheidend, um Klimaschutzmaßnahmen lokal wirksam umzusetzen, etwa durch Förderung von klimaangepasster Bewirtschaftung und regionalen Energieprojekten. Auch verfügt der Landkreis Coburg mit dem Landschaftspflegeverband über ein wirksames Instrument, mit wir seit vielen Jahren gemeinsam mit der Landwirtschaft Naturschutzprojekte auf den Weg bringen. Daran möchte ich weiter arbeiten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe: Der Einkauf und die Wertschöpfung vor Ort reduzieren Transportwege, unterstützen lokale Unternehmen und tragen gleichzeitig zum Klimaschutz bei. Mein Ziel bis 2032 ist, dass der Landkreis Coburg klimafreundlich arbeitet, Energie effizient nutzt, regionale Wirtschaftskreisläufe stärkt und die Bürger*innen aktiv in den Wandel einbezieht.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit hätten in meiner Amtsführung einen sehr hohen Stellenwert, weil sie keine isolierten Einzelthemen sind, sondern nahezu alle kommunalen Aufgabenbereiche betreffen. Energieversorgung, bezahlbares Wohnen, Mobilität, Wirtschaftsförderung, Gesundheitsvorsorge, Katastrophenschutz und soziale Stabilität hängen heute unmittelbar mit Klima- und Energiefragen zusammen.

Als Landrat verstehe ich Klimaschutz daher als Querschnittsaufgabe, vergleichbar mit soliden Finanzen oder der Daseinsvorsorge. Es geht nicht um Symbolpolitik, sondern um verlässliche Strukturen, klare Prioritäten und eine professionelle Umsetzung. Nachhaltiges Handeln schützt die natürlichen Lebensgrundlagen, senkt langfristig Kosten, stärkt die regionale Wirtschaft und erhöht die Krisenfestigkeit unseres Landkreises. Dafür müssen wir uns klare Ziele setzen und kontinuierlich daran arbeiten, diese zu erreichen.

Mein zentrales Ziel bis 2032 ist eine weitgehend klimaneutrale Landkreisverwaltung sowie eine verbindliche Energie- und Klimapartnerschaft mit unseren 36 Kommunen. Der Landkreis kann den Kommunen zwar keine Vorschriften machen, kann jedoch eine aktive Steuerungs- und Unterstützungsrolle übernehmen.

Konkret bedeutet das: Die kreiseigenen Liegenschaften und der Fuhrpark werden schrittweise klimaneutral betrieben. Gleichzeitig wird der Energienutzungsplan sektorübergreifend für Strom, Wärme, Verkehr und Speicher fortgeschrieben und als zentrales Arbeitsinstrument genutzt – nicht als einmaliges Gutachten, sondern als Grundlage für konkrete Investitions- und Umsetzungsentscheidungen in den nächsten Jahren.

Ergänzend will ich den Aufbau einer kommunalen Energie- und Infrastrukturgesellschaft vorantreiben, die Projekte professionell umsetzt und dafür sorgt, dass Wertschöpfung und Einnahmen im Landkreis bleiben. Eigentlich wären dies unsere Regionalwerke. Allerdings wurden diese in den letzten Jahren politisch so kaltgestellt, dass ein Neudenken nötig erscheint.

Claudia John, Freie Wähler, OB-Kandidatin Stadt Bamberg

Ich finde es schwierig verschiedene Themenfelder in Relation zu sehen, denn als Oberbürgermeisterin ist es meine Aufgabe ein Augenmerk auf alle wichtigen Themen zu lenken.  Klimaschutz umfasst ja viele Bereiche. Deshalb würde ich als konkrete Ziele den Umbau der Stadt zur Schwammstadt in den Vordergrund stellen. Wir brauchen mehr „Grün“ in der Stadt, zur Beschattung, aber auch um den Abfluss von Oberflächenwasser zu verringern.

Alexander Graf, DIE LINKE, Landratskandidat Bamberg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben für uns einen hohen Stellenwert, weshalb wir bei jeder Entscheidung neben den sozialen Faktoren die Auswirkungen auf das Klima berücksichtigen werden, um den Landkreis Bamberg schnellstmöglich klimaneutral zu gestalten. Weiterhin sollen Maßnahmen unternommen werden, die den Landkreis an das veränderte Klima anpassen und damit auch in Zukunft eine hohe Lebensqualität, besonders vulnerable Personengruppen wie ältere, kranke und junge Menschen, und die landwirtschaftliche Versorgung sicherstellen. Zu diesen Maßnahmen gehört die ökologische Aufwertung der Ortskerne durch Entsiegelung sowie die Förderung der Biodiversität in der Fläche, wobei wir uns klar zur Errichtung des Nationalparks Steigerwald bekennen, um wertvolle Naturräume dauerhaft zu schützen. Der Hitzeschutz im gesamten Landkreis soll durch die Bereitstellung von Trinkwasserbrunnen an zentralen Plätzen und durch Sonnensegel sowie die Schaffung kostenfrei zugänglicher Räume ohne Konsumzwang in den Gemeinden gewährleistet werden (“Dritte Orte”). Zudem werden eine regionale Kreislaufwirtschaft, die Stärkung der ökologischen Landwirtschaft und ein massiver Ausbau des ÖPNV – wie Ringlinien zwischen den Ortschaften – Klimaschutz und Nachhaltigkeit befördern. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Ausbau erneuerbarer Energien, um schnellstmöglich Klimaneutralität zu erreichen. Dafür arbeiten wir vom Bundestag bis Bamberg, damit begrünte oder Photovoltaikdächer zum Standard werden, Individualverkehr kein Muss mehr ist und unsere Lebensgrundlage auch noch für künftige Generationen erhalten bleibt.

Christian Gunsenheimer, Freie Wähler-CSB, OB-Kandidat Stadt Coburg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für mich nicht einfach ein weiteres kommunales Betätigungsfeld, wie andere. Nachhaltigkeit ist für mich zentrales Mindset für alle Aufgaben, die uns als Kommunalpolitiker begegnen, denn wenn etwas nicht langfristig trägt, sondern nur akut Probleme löst, ist es in den meisten Fällen Verschwendung von Mitteln. Insofern kann es keine gute Politik ohne einen grundlegenden Nachhaltigkeitsansatz geben.

In unserer Verantwortung für das Klima bin ich davon überzeugt, dass wir so schnell wie möglich in die Umsetzung kommen müssen. Bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, bedeutet für die Stadt, wie für jeden einzelnen Menschen jedes Jahr den Klimafußabdruck um 5 Prozentpunkte zu verkleinern. Nachdem bekannterweise die letzten 20% die größte Herausforderung darstellen, geht mein Plan auf 7 Prozentpunkte für die kommenden 12 Jahre. Und hier ganz klar nach wirtschaftlich nachhaltigen Kriterien. Konkret für `32 bedeutet das ein Gebäudemodernisierungsprogramm, ein Ausbau der Solarenergie und nicht zuletzt ein Beratungskampagne für die Bürgerschaft um Unsicherheiten entgegenzuwirken.

Johannes Frey, DIE LINKE, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben für uns höchste Priorität und sind zentrale Leitlinien unserer Amtsführung. Bei jeder Entscheidung berücksichtigen wir neben sozialen Faktoren die Auswirkungen auf Klima und Umwelt, um Bamberg schnellstmöglich klimaneutral zu gestalten. Konkret wollen wir die Stadt zu einer sozial gerechten „Schwammstadt“ umbauen, die Regenwasser sammelt, Grünflächen, Kaltluftschneisen und Schutzgebiete für Insekten und heimische Pflanzen ausbaut. Jeder Bürger und jede Bürgerin soll in maximal fünf Minuten zu Fuß Zugang zu Trinkwasser haben. Sonnensegel und kostenfrei zugängliche, klimatisierte Räume sollen Hitzeschutz bieten. Ergänzend fördern wir die Kreislaufwirtschaft, ökologische Landwirtschaft und den Ausbau erneuerbarer Energien in Stadt und Landkreis, um unsere Lebensgrundlagen langfristig zu sichern. Unser Ziel bis 2032 ist eine klimaneutrale Stadt mit hoher Lebensqualität für alle Generationen, besonders für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kleinkinder oder chronisch Kranke.

Wolfram Haupt, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, OB-Kandidat Stadt Coburg

Ich sage – ausnahmsweise einmal ganz unbescheiden: sicherlich den höchsten aller Bewerber um den OB-Posten. Klimaschutz, Klimaanpassung sowie Nachhaltigkeit haben für mich bei allen kommunalen Aufgaben eine sehr hohe Priorität. Bei meinen Fachgebieten Bauen und Verkehrsplanung stehen sie ja auch deutlich im Vordergrund.

Ein konkretes Ziel wäre die Ausstattung aller dafür geeigneten stadteigenen Gebäudedächer mit Photovoltaikanlagen, und zwar 10% pro Jahr für die nächsten 10 Jahre.

Dazu eine konsequente Umsetzung der in der Radverkehrsplanung von 2022 vorgesehenen Maßnahmen, damit der klimafreundliche Radverkehr auch in Coburg die Rolle spielen kann, die er in wirklich radfreundlichen Städten bereits heute spielt.

Johannes Maciejonczyk, CSU, Landratskandidat Bamberg

Zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen möchte ich zusammenfassend wie folgt Stellung nehmen:

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind eine zentrale Aufgabe kommunalen Handelns. Dies habe ich in meiner bisherigen 12-jährigen Amtszeit als Bürgermeister meiner Heimatgemeinde bereits fest in den Blick genommen und zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. So entstand im den vergangen Jahren ein kommunaler Photovoltaik-Park der vielerorts in seiner Ausgestaltung Beachtung fand. Der Bund Naturschutz hat das Projekt als „best practice“-Beispiel bezeichnet, weil sich hier regionale Wertschöpfung, Partizipation der Bürgerschaft und Naturschutz verbinden. Ebenso sind wir bei der Entwicklung des Windkraft Vorreiter im gesamten Landkreis. Aktuell befinden sich sieben neue Anlagen im Bau, weitere vier sind im Genehmigungsprozess. Ich darf feststellen, dass ich der einzige zur Wahl stehende Kandidat bin, der eine solche Bilanz vorweisen kann.

Ich bin also nicht bei bloßen Absichtserklärung, geblieben sondern bereits längst ins Handeln gekommen. Dies soll auch der Maßstab für mein zukünftiges Wirken für den Landkreis Bamberg sein. Dabei war und ist der Schlüssel zum Erfolg eine rechtzeitige und offene Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Nur so gelingt es im Einvernehme vor Ort, die Projekte zum Erfolg zu bringen. Dass es hier vor Ort eine breite Zustimmung zu all diesen Projekten gibt, ist vor allem der Einbindung und Beteiligung der Bürgerschaft sowie der Berücksichtigung eingebrachter Einwände zu verdanken. Dieser Beteiligungsprozess entzieht auch politisch Extremen und Populisten den Nährboden.

Deshalb geht es nach meiner festen Überzeugung beim Thema Natur- und Umweltschutz sowie der Energie- und Wärmewende als Teil davon nicht um abstrakte und allgemeine Absichtserklärungen, sondern um konkretes Handeln vor Ort in engem Austausch mit der Bevölkerung.

Ich hoffe, ihnen mit dieser Stellungnahme einen Einblick in mein bisheriges Handeln und das in gleicher Weise angestrebte Tun in Zukunft für den Landkreis Bamberg gegeben zu haben.

2. Welche zwei bis drei konkreten Maßnahmen auf kommunaler Ebene halten Sie für notwendig, um mit erneuerbaren Energien einen wirksamen Beitrag zur Energie- und Versorgungssicherheit zu leisten? Welche Rolle spielen dabei regionale Wertschöpfung, kommunale Beteiligungsmodelle und der Aspekt eines Beitrags zur nationalen Sicherheit/Unabhängigkeit?

Antworten:

Hans-Günter Brünker, VOLT, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Wesentliche Hebel sind für mich:

  • der Ausbau des Fernwärmenetzes,
  • die Ausweitung der lokalen Energieproduktion durch Mitteltiefengeothermie, Flusswasser-Wärmepumpen, Windenergie und Photovoltaik.

Diese Maßnahmen leisten nicht nur einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz, sondern erhöhen auch die regionale Resilienz, reduzieren Abhängigkeiten und halten Wertschöpfung in der Region, wovon die lokale Wirtschaft direkt profitiert.
Als Aufsichtsrat der Stadtwerke befürworte ich bereits seit 2020 ausdrücklich Beteiligungsmodelle für Bürger*innen an kommunalen Energieprojekten. Sie erhöhen die Akzeptanz und ermöglichen es den Menschen, auch wirtschaftlich vom Erfolg der lokalen Energieerzeugung zu profitieren.

Dominik Sauerteig, SPD, Oberbürgermeister Stadt Coburg

Mit dem zukunftsfesten Ausbau des in der Hand unserer städtischen Werke befindlichen regionalen Stromnetzes schaffen wir als Stadt die Grundlage, dass die Energiewende nicht schon wegen fehlender Netzkapazitäten scheitert. Die übergelagerte Netzebene des Bayernwerks muss hier zwingend nachsteuern. Der Fernwärmeausbau in der Stadt Coburg, den wir aktuell sehr beschleunigen, leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende. Exemplarisch will ich hier auf die Anbindung der Großabnehmer rund um das Grünflächenamt und die Schulen am Glockenberg verweisen. Ein Projekt, das gerade engagiert vorangetrieben wird und sehr viel CO2 einsparen wird. Genauso wie die Ertüchtigung der städtischen Liegenschaft auf dem Weg hin zur klimapositiven Kommune. Und ganz persönlich war ich viele Jahre Aufsichtsrat der Bürgerenergiegenossenschaft Coburger Land eG. Ich glaube daher fest daran, dass die Gestaltung der Energiewende auch von den Menschen vor Ort selbst getragen werden kann.

Carsten Höllen, SPD, Landratskandidat Kreis Coburg

Für die kommunale Energieversorgung sehe ich folgende Schwerpunkte:

Individuelle Mobilität im ländlichen Raum bleibt erhalten, um soziale Teilhabe und Versorgung zu sichern.

Ausbau erneuerbarer Energien auf Landkreisflächen und -einrichtungen

Energiespeicher: Sowohl zur Versorgungssicherung als auch zur Unterstützung dezentrale Energieversorgung, z. B. für Schulen, Verwaltung oder kleinere Gemeinden.

Stärkung der Bürgerenergiegenossenschaft: Sie ermöglicht aktive Beteiligung der Bürger*innen, steigert die Akzeptanz und erhöht die regionale Wertschöpfung.

Energieeffizienz: Modernisierung der kreiseigenen Gebäude, energieoptimierte Beleuchtung, Heizungsanlagen und IT-Infrastruktur.

Im Bereich Mobilität setzen wir auf ganzheitliche Maßnahmen:

Stärkung des ÖPNV durch Taktverdichtung, Vernetzung mit Nachbarkommunen und barrierefreie Angebote.

Ausbau des Radwegenetzes zur Förderung klimafreundlicher Mobilität für kurze Strecken.

E-Mobilität: Der Landkreis kümmert sich im Rahmen seiner Zuständigkeit um eine Ladeinfrastruktur, um den Umstieg vom Verbrenner zu erleichtern, auch für private Nutzer*innen und Betriebe.

Digitalisierung: Verwaltungsdienste, Telemedizin und digitale Bildung reduzieren notwendige Fahrten und verringern CO₂-Emissionen.

Individuelle Mobilität im ländlichen Raum bleibt erhalten, um soziale Teilhabe und Versorgung zu sichern.

Thomas Ochs, BÜNDNID 90 / DIE GRÜNEN, Landratskandidat Kreis Bamberg

Erstens braucht es einen konsequenten, gut koordinierten Ausbau von Wind- und Solarenergie. Der Landkreis kann hier als Genehmigungs- und Koordinierungsbehörde Verfahren beschleunigen, Kommunen beraten, die Bürger*innen mitnehmen und frühzeitig für Transparenz und Beteiligung sorgen. Energetisch sind wir zwar im Landkreis schon gut aufgestellt, aber wir müssen als Region denken und die Stadt Bamberg mitversorgen.

Zweitens ist eine Solaroffensive auf kreiseigenen Gebäuden, Parkplätzen und geeigneten Flächen notwendig. Der Landkreis geht mit gutem Beispiel voran und unterstützt Gemeinden mit Daten, Planungshilfen und Fördermittelmanagement.

Drittens müssen Speicherlösungen, Verbrauch direkt vor Ort und Netzinfrastruktur stärker mitgedacht werden, um Versorgungssicherheit auch bei schwankender Einspeisung zu gewährleisten.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die regionale Wertschöpfung: Wenn Anlagen in kommunaler oder regionaler Hand sind, entstehen laufende Einnahmen aus Stromerzeugung, Pachten und Beteiligungen. Diese Mittel stärken kommunale Haushalte, finanzieren Infrastruktur und schaffen Akzeptanz. Gleichzeitig leisten erneuerbare Energien einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit von fossilen Importen und damit zur wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit.

Claudia John, Freie Wähler, OB-Kandidatin Stadt Bamberg

Ich denke der Krieg gegen die Ukraine hat uns sehr schnell verdeutlicht, in welcher Abhängigkeit wir uns befinden und welche scheinbare sichere Energieversorgung wir haben/hatten. Wir müssen den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich voran bringen. Ein besonderes Augenmerk muss hier auf städtischen Gebäuden liegen, denn hier haben wir es selbst in der Hand. Bei großen Bauvorhaben mit Parkplätzen muss es einen Überdachung mit PV (ähnliche dem P+R Kronacher Straße geben). Wir müssen jeden Fleck gut ausnutzen. Zudem ist es wichtig unsere Stadtwerke bestmöglich bei Großprojekten zu unterstützen.

Alexander Graf, DIE LINKE, Landratskandidat Bamberg

Wir wollen einen fokussierten Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Die Stadtwerke Bamberg sollen dabei eine aktivere Rolle übernehmen und PV- und Windanlagen verstärkt ausbauen und betreiben. Allgemein sollen aber auch regionale Energiegenossenschaften und Privatpersonen unterstützt werden, welche eine klimafreundliche und dezentrale Energieversorgung für Stadt und Land Bamberg sicherstellen können. Die Landkreisgemeinden wollen wir darin unterstützen, kooperativer zusammenzuarbeiten u.a. indem Verwaltungsgemeinschaften gefördert werden. Die Versorgung soll über Energy-Sharing gemeinschaftlich organisiert werden, damit alle von selbst erzeugtem Strom profitieren. Die Macht über die Energieerzeugung wird dabei breiter verteilt und nicht wie jetzt stark auf einige wenige Akteure zentralisiert. Damit können Kosten für Verbraucher und Verbraucherinnen gesenkt und Anreize zum beschleunigten Ausbau geschaffen werden.

Die Linke möchte auch die Wärmewende durch den Auf- und Ausbau von kommunalen klimafreundlichen Wärmenetzen vorantreiben. Der Status Quo des bestehenden Wärmenetzes, das primär auf Gas ausgelegt ist, schafft starke Abhängigkeiten vom globalen Gaspreis, denen eine regionale Wärmezufuhr entgegenstehen muss. Gleichzeitig ist der Fokus auf Gas als Wärmequelle eine Hypothek, die das schnellstmögliche Erreichen der Klimaneutralität aktiv verhindert. Landwirtschaftliche Biogasanlagen sind hingegen verwaltungstechnisch zu entlasten.

Energie- und Versorgungssicherheit muss öffentlich finanziert und dezentral organisiert sein. Sie muss regional erzeugt und verwendet werden. Sie darf nicht dem Gewinnstreben von Energiekonzernen und Spekulanten zum Nachteil aller überlassen werden. Für einen gemeinschaftlich strukturierten Umbau setzen wir uns in Stadt und Land ein. Nur so kann ein sozial verträglicher und rascher Umbau hin zu einer von globalen Preisschocks befreiten und CO2-neutralen Versorgung für alle erreicht werden.

Christian Gunsenheimer, Freie Wähler-CSB, OB-Kandidat Stadt Coburg

Der Ausbau von Solarenergie im Stadtgebiet wird konsequent angegangen. Eine wirtschaftliche Beteiligung an Windkraftprojekten in der Region halte ich persönlich für sinnvoll. Und der von uns begleitete Umstieg von Öl und Gas als Wärmeenergie hin zu nachhaltiger Wärmeerzeugung mit Hilfe der kommunalen Wärmeplanung bekommt Priorität.

Regionale Wertschöpfung und Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten sind unabdingbar. Als geschäftsführender Vorstand der Bürger-Energiegenossenschaft Coburger Land eG praktizieren wir das seit über zehn Jahren. Ich betone allerdings, dass die BEG nicht die einzige Möglichkeit ist, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen.

Beim Thema Unabhängigkeit bin ich etwas vorsichtiger. Unsere Erfahrung zeigt, dass wir unsere Abhängigkeiten zwar verlagern können, eine echte Unabhängigkeit aber im energetischen Bereich eine Illusion bleibt (leider!)

Johannes Frey, DIE LINKE, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Wir setzen auf einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien durch die Stadtwerke Bamberg, regionale Energiegenossenschaften und private Akteure, um eine dezentrale, klimafreundliche Energieversorgung zu gewährleisten. Energy-Sharing-Modelle sollen sicherstellen, dass alle Bürgerinnen vom selbst erzeugten Strom profitieren. Parallel wollen wir die Wärmewende durch den Ausbau kommunaler klimafreundlicher Wärmenetze vorantreiben, um Abhängigkeiten von fossilen Gaspreisen zu reduzieren. Energie- und Versorgungssicherheit muss öffentlich, regional erzeugt und genutzt werden, ohne dass Profite von Konzernen Vorrang haben. So können Kosten gesenkt und Anreize für einen schnellen, sozial gerechten Umbau gesetzt werden.

Wolfram Haupt, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, OB-Kandidat Stadt Coburg

Es sollte zeitnah in netzdienliche Speichertechniken investiert werden. Dabei sollten zunächst kurzfristige (Tag/Nacht) aber mittelfristig auch saisonale (Sommer/Winter) Speichertechniken eingesetzt werden. 

Dazu braucht es die Unterstützung und engere Zusammenarbeit mit der SÜC, damit sie sich bei diesen Prozessen beteiligt und auch eigene Pläne, wie den angedachten Großspeicher in Neuses zeitnah voranbringt. Aber auch über die bereits existierende Bürgerenergiegenossenschaft könnte das Thema verfolgt werden – letztendlich entstünde damit sogar eine win-win-Situation für Bürger:innen, Region und die Mitwelt. 

Dazu sollten private Eigeninitiativen im Bereich Wärmepumpe, Balkonkraftwerk, Photovoltaik deutlich intensiver beraten und in Teilen auch durch die Stadt gefördert werden. 

3. Ihre Stadt/Kommune/Landkreis kann viele Dinge selbst entscheiden und auf den Weg bringen. Manches gelingt nur in der Kooperation mit den „Nachbarn“. Wo sehen Sie konkrete Kooperationsmöglichkeiten und -notwendigkeiten?

Antworten:

Hans-Günter Brünker, VOLT, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Viele Projekte lassen sich nur gemeinsam umsetzen. Zwei konkrete Beispiele sind:

  • Wind- und Solarenergie auf Flächen außerhalb des Stadtgebiets unter Einbeziehung der Bamberger Stadtwerke: Die Stadtwerke bringen das Know-how ein, die Gemeinden im Landkreis (und darüber hinaus) geeignete Flächen.
  • Langfristig die Nutzung der Wärmeanomalie zwischen Bamberg und Coburg zur Wärmegewinnung. Bei weiter steigenden Energiekosten kann dies ein wirtschaftlich sinnvolles Projekt werden, das jedoch nur in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Kommunen realisierbar ist. (Eine Überprüfung der wirtschaftlichen Nutzung habe ich als Aufsichtsrat der Stadtwerke bereits vor 3 Jahren veranlasst. Derzeit ist sie noch nicht gegeben, für die Zukunft ist sie aber im Bereich des Möglichen).

Anmerkung forum1.5 Bamberg-Coburg: Siehe zu Wärmeanomalie zwischen Bamberg und Coburg z.B.: https://www.tiefegeothermie.de/top-themen/neue-erkenntnisse-zur-warmeanomalie-franken-potenziale-fur-die-geothermie

Dominik Sauerteig, SPD, Oberbürgermeister Stadt Coburg

Der Austausch über die Stadtgrenze hinweg ist immer wichtig. Bei allen Themen. Denn ganz grundsätzlich gibt es überall Menschen, die gute Ideen haben. So leben die Klimaschutzmanagement von Stadt und Landkreis Coburg schon heute eine gute Kooperation. Ganz konkret könnte ich mir zum Beispiel vorstellen, dass der durch die Stadt derzeit angelegte Park der Arten als wichtiges Projekt des Klimaschutzes und der Artenvielfalt durch den Landkreis und die Gemeinde Dörfles-Esbach fortgesetzt wird bis hin zur Rosenau. Das wäre im Umgriff des geplanten Krankenhausneubaus auf der Lauterer Höhe sicher ein sehr guter Beitrag zur Schaffung von Naherholung und Lebensqualität für Coburg Stadt und Land.

Sebastian Niedermaier, SPD, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Beim Thema Energie- und Wärmeversorgung kann die Stadt ihre Klimaziele nicht im Alleingang erreichen. Für eine möglichst energie- und klimaneutrale Versorgung braucht es eine enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den umliegenden Gemeinden – etwa bei Photovoltaik-, Wind- und Biogasanlagen.
Entscheidend ist eine umfassende regionale Kooperation, die Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie gemeinsam denkt. Dazu gehört auch der Ausbau von Speichertechnologien, um überschüssige Energie vom Tag in die Nacht zu übertragen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Carsten Höllen, SPD, Landratskandidat Kreis Coburg

Viele Aufgaben lassen sich nur in Kooperation mit den Nachbarn effizient lösen:

Eine enge Zusammenarbeit erhöht die Effizienz, stärkt die ökologische Wirkung und erhöht die Sicherheit für die Bevölkerung.

Erneuerbare Energien: Gemeinsame Projekte zur Energieversorgung und Nutzung von Speicherlösungen.

Mobilität: Vernetzung des ÖPNV über Kreisgrenzen hinweg.

Naturschutz: Schutzgebiete und Projekte entlang des „Grünen Bandes“ und gemeinsamer Hochwasserschutz.

Katastrophenschutz: Koordinierte Notfallplanung und Sicherung der zivilen Infrastruktur.

Thomas Ochs, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, Landratskandidat Kreis Bamberg

Viele Zukunftsaufgaben lassen sich nur gemeinsam lösen. Eine enge Kooperation zwischen Landkreis, den kreisangehörigen Kommunen und der Stadt Bamberg im Zentrum des Landkreises ist insbesondere bei der Wärmeplanung, bei erneuerbaren Energien, beim Netzausbau und bei der Mobilität notwendig.

Darüber hinaus braucht es eine enge Abstimmung mit unseren Nachbarlandkreisen und der Regionalplanung, etwa bei Windvorranggebieten, Verkehrsachsen oder großen Infrastrukturprojekten. Der Landkreis kann hier als moderierende und koordinierende Instanz auftreten, um Kirchturmpolitik zu vermeiden und Synergien zu nutzen. Interkommunale Allianzen sind dabei ein wichtiger Schlüssel, um Ressourcen zu bündeln und Projekte effizient umzusetzen.

Allerdings wird es erstmal eine große Aufgabe die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Stadt Bamberg hier auf ein wertschätzendes Miteinander auf Augenhöhe zu heben.

Claudia John, Freie Wähler, OB-Kandidatin Stadt Bamberg

Klimaschutz und Nachhaltigkeit endet nicht an einer fiktiven Stadtgrenze. Gerade wenn man an den ÖPNV denkt, ist eine Vernetzung mit den Nachbarkommunen nötig. Durch einen guten und bezahlbaren ÖPNV kann der Individualverkehr deutlich gesenkt werden.

Alexander Graf, DIE LINKE, Landratskandidat Bamberg

Der Landkreis Bamberg darf sich nicht als Insel begreifen. Viele der drängendsten Probleme enden nicht an der Kreisgrenze, sondern erfordern ein gemeinschaftliches und kooperatives Angehen. Von der Mobilität bis zur Energieversorgung oder beim Natur- und Flächenschutz ist Kooperation zwingend notwendig. Um eine radikale Mobilitätswende einzuläuten, müssen beispielsweise auch die Nachbarkreise und Kommunen einbezogen werden, andernfalls endet der Mobilitätsgewinn an der Kreisgrenze. Anstatt dann Bus und Bahn als klimafreundlichere Alternative zu fördern, würde ohne Kooperation der Individualverkehr zum Erreichen von anderen Städten und Kommunen an Bedeutung gewinnen. Die Verwaltungsgemeinschaft Baunach und die Baunach-Allianz sind hierfür positive Beispiele.

Weitere Kooperationsnotwendigkeiten sehen wir in der Ausweisung von Natur- und Flächenschutzgebieten. Diese erstrecken sich oft über verschiedene Kreise und können nur adäquat geschützt werden, wenn man sich miteinander abstimmt. Dabei kann und muss die regionale Versorgung weiter gedacht werden als bis zur Ortsgrenze. Anstatt in jeder kleinen Gemeinde einen neuen Edeka aufzubauen, dabei Ortsläden zu verdrängen und unnötig zu versiegeln (siehe Walsdorf), muss die Versorgung effizient, menschlich handhabbar und ökologisch nachhaltig gedacht werden.

Die Kooperation mit anderen Städten, Kreisen und Kommunen in vielen Problemfeldern ist also eine zwingende Notwendigkeit, ohne die diese nicht bearbeitet und gelöst werden, weshalb sich die Linke für eine Ausweitung der Zusammenarbeit und ein gemeinschaftliches Lösen dieser stark macht. Hierfür muss allerdings auch der Landtag nacharbeiten, weshalb es auch hier wichtig ist eine starke Linke einziehen zu lassen.

Somit stellt die Haltung zu einem engen Netz an Kooperationen nicht nur eine nötige Bedingung für eine nachhaltige Gesellschaft dar, sondern baut die zunehmende Distanz zwischen Stadt und Land ab.

Christian Gunsenheimer, Freie Wähler-CSB, OB-Kandidat Stadt Coburg

Kooperation ist der universale Schlüssel. Insbesondere ein globales Projekt, wie der Klimaschutz, ruft nach Zusammenarbeit. Die Grenzen Coburgs spielen bei ganz vielen Aufgaben, wie zum Beispiel ÖPNV, Strom- und Wärmeversorgung oder Artenschutz eine untergeordnete Rolle. Unsere Partner aus dem Bereich der Kommunen, der Verbände und auch engagierten Menschen wollen koordiniert werden, damit wir mit den vorhandenen Mitteln das Beste für unsere Zukunft herausholen.

Johannes Frey, DIE LINKE, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Bamberg darf sich nicht als Insel verstehen. Viele drängende Probleme wie Klimaanpassung, Mobilität oder Naturschutz überschreiten die Stadtgrenzen. Wir wollen Expressbuslinien und Ringlinien im Umland einführen, um die Mobilitätswende über die Stadt hinaus zu gestalten. Auch bei Natur- und Flächenschutz, Trinkwasserversorgung oder der Förderung erneuerbarer Energien ist Abstimmung mit Landkreisgemeinden und Nachbarkommunen notwendig. Die Kooperation soll regionale Versorgung sicherstellen, Ressourcen effizient nutzen und gleichzeitig ökologische Standards wahren. Die enge Zusammenarbeit von Stadt und Land verhindert unnötige Versiegelung und stärkt gemeinschaftlich getragene, nachhaltige Lösungen.

Wolfram Haupt, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, OB-Kandidat Stadt Coburg

Die landschaftlichen Flächen der umliegenden Gemeinden bieten viel Potential für Energiegewinnung aus Windkraft und Solarenergie. Statt diese dann in Hochzeiten abzuregeln, sollten wir über die oben skizzierten Speicher die überregionalen Netze entlasten und die gewonnene Energie möglichst lokal nutzen. Das würde die Region stärken und unabhängiger machen.

4. Haben Sie die Absicht, Bürger*innen aktiv in die demokratischen Entscheidungsprozesse einzubinden und wenn ja, wie?

Antworten:

Hans-Günter Brünker, VOLT, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Ja. Größere Projekte zur Energieeinsparung und Energieerzeugung, sowie größere Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung, sollten den Bürgerinnen und Bürgern so frühzeitig wie möglich transparent vorgestellt werden. Nur so kann eine konstruktive Diskussion entstehen und Vertrauen in die Entscheidungen aufgebaut werden.

Hinsichtlich Projekten zur Energieeinsparung, Vermeidung von Folgen des Klimawandels etc. müssen geeignete Wege gefunden werden die Bevölkerung regelmäßig über erfolgte Maßnahmen und deren Resultate zu informieren.

Dominik Sauerteig, SPD, Oberbürgermeister Stadt Coburg

Das tue ich schon jetzt. Selbstverständlich wird das auch so bleiben. Analog und digital. Ich habe in meiner ersten Amtszeit Stadtteilspaziergänge durchgeführt, die Mitmachplattform www.mitmachen.coburg.de implementiert und die sicher für viele Kommunen beispielgebende Bürgerbeteiligung „Green Deal“ mit Fortsetzung „Zukunftsraum“ auf den Weg gebracht und mich auch aktiv mit vielen Hundert begeisterten und kreativen Bürgerinnen und Bürger darin eingebracht. Der Tag der Offene Tür im Rathaus hat dies erst vor Kurzem sehr sichtbar gemacht. Diesen Weg will ich konsequent fortsetzen. Denn Stadtgestaltung gelingt am besten, wenn möglichst viele mitmachen.

Sebastian Niedermaier, SPD, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Ja, Bürgerinnen und Bürger sollen künftig stärker in demokratische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Konkret plane ich die Einrichtung eines Jugendparlaments sowie eines Wirtschaftsbeirats, die jeweils ein eigenes Antragsrecht in den Stadtrat erhalten. Damit sollen Beteiligungsformate nicht nur beratend wirken, sondern echte Mitgestaltung ermöglichen und die Perspektiven junger Menschen sowie der lokalen Wirtschaft verbindlich in politische Entscheidungen einfließen.

Carsten Höllen, SPD, Landratskandidat Kreis Coburg

Bürger*innen sollen aktiv in Entscheidungen eingebunden werden. Hier setze ich auf digitale Bürgersprechstunden und digitale Umfragetools, die landkreisweit zugänglich sind. Damit können möglichst viele Menschen ihre Ideen einbringen, Prioritäten setzen und Rückmeldungen geben – auch ohne Präsenzveranstaltungen, die im gesamten Landkreis schwierig umzusetzen sind. Diese Beteiligung soll kontinuierlich erfolgen, insbesondere bei Themen wie Klimaschutz, Mobilität oder Infrastrukturplanung.

Thomas Ochs, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, Landratskandidat Kreis Bamberg

Ja, ausdrücklich. Bürgerbeteiligung soll frühzeitig, transparent und verbindlich erfolgen – nicht erst dann, wenn Konflikte bereits entstanden sind.

Ein zentrales Element ist für mich die Stärkung des Klimabeirats. Dieser soll frühzeitig in relevante Vorhaben eingebunden werden und ein Initiativ- und Antragsrecht gegenüber Kreistag und Verwaltung erhalten. Empfehlungen des Klimabeirats müssen öffentlich beraten und nachvollziehbar beantwortet werden. Dies haben wir bereits mehrfach in der Gründungsphase des Klimabeirats gefordert und auch im Kreistag beantragt, leider ohne Erfolg.

Ergänzend setze ich auf projektbezogene Beteiligungsformate wie Bürger*innenräte sowie auf transparente Informationsangebote, etwa durch öffentlich zugängliche Daten zu Energieprojekten oder Fortschritten und Erfolgen beim Klimaschutz.

Claudia John, Freie Wähler, OB-Kandidatin Stadt Bamberg

Ja. Frühzeitige Informationsveranstaltungen bei Großprojekten, Beteiligungsworkshops mit klaren Ergebnissen und gezielten Befragungen vor Ort sind selbstverständlich. Wenn der Bürger den Eindruck bekommt, es wird über seinen Kopf entschieden, werden die extremen Parteien weiter Aufwind bekommen.

Alexander Graf, DIE LINKE, Landratskandidat Bamberg

Wir haben nicht nur die Absicht; wir sehen es als fundamental für das Gelingen unserer Ziele an. Die Demokratie im Landkreis Bamberg lebt von der Beteiligung, dem aktiven Einbringen, diskutieren und schließlich gemeinschaftlichen Tragen von Entscheidungen durch die Bürger*innen.

Damit dies gelingen kann, wollen wir sowohl Partizipationsschranken abbauen als auch gleichzeitig mehr Möglichkeiten zur Beteiligung schaffen. Hierfür schlagen wir bspw. einen Bürgerhaushalt vor, bei dem ein jährlich festgelegter Betrag des Haushalts in einem offenen Beteiligungsverfahren durch die Bürger*innen verwendet werden kann. Diese können dann abstimmen, für welche Projekte der Betrag verwendet werden soll. Ob und was damit gefördert, gebaut und ermöglicht wird, liegt damit in den Händen der Bürger*innen.

Regionale Bürgersprechstunden, thematische Bürgerräte sowie Livestreams von Kreistagssitzungen sollen zudem Bürger*innen und Politik näher zusammenführen und damit politisches Handeln mit und durch die Bürger*innen ermöglichen. Insbesondere müssen politische Entscheidungen und Informationen des Kreistags und des Landrats viel einfacher öffentlich zugänglich gemacht werden. Beteiligung darf außerdem nicht an ausreichenden Sprachkenntnissen scheitern und dabei migrantische oder neuzugezogene Menschen aus verschiedensten Ländern der Welt von politischer Handlungskompetenz ausschließen. Auch sie haben eine Stimme, die sich in politischem Handeln niederschlagen muss, weshalb wir mehrsprachige Informationen auf den Webseiten und Broschüren der Verwaltung bereitstellen möchten. Insbesondere da EU-Bürger*innen bei Kommunalwahlen zwar wählen dürfen, aber durch Sprachbarrieren die Informationsbeschaffung erschwert bekommen.

Wir setzen uns für eine Demokratie zum Anfassen ein, in der Bürger*innen an Projekten vor Ort beteiligt sind. Nur so kann Demokratie atmen und einer erstarkenden Entfremdung zwischen Politik und Bürger*innen eine gelebte Demokratie entgegengesetzt werden. Zudem steigert Partizipation politisches Vertrauen:  resilienter vor Desinformationen und multiplen Krisen in die Zukunft!

Christian Gunsenheimer, Freie Wähler-CSB, OB-Kandidat Stadt Coburg

Je wesentlicher in den Alltag unserer Bürgerinnen und Bürger eingegriffen wird, desto intensiver  wollen wir im Vorfeld über die Herausforderungen informieren und diskutieren. Im Hinblick auf die Dringlichkeit der Entscheidungen, darf dieser Prozess aber straff organisiert sein. Direkte Bürgerentscheide halte ich bei den wesentlichsten Entscheidungen für zweckdienlich, weil wir die wirklich großen Entscheidungen auch von einer Mehrheit der Bürgerschaft mitgetragen haben wollen.

Johannes Frey, DIE LINKE, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Wir wollen Bürger*innen aktiv in Entscheidungsprozesse einbinden. Stadtteil- und Quartiersbüros, Bürgerhaushalte, thematische Bürgerräte und Livestreams von Stadtratssitzungen sollen die Beteiligung erleichtern. Auch mehrsprachige Informationen und digitale Angebote stellen sicher, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft oder Sprache, ihre Stimme einbringen können. Selbstorganisierte Wohnprojekte und generationenübergreifende Initiativen werden gefördert, um Mitgestaltung vor Ort zu ermöglichen. Demokratie lebt von Partizipation und wir wollen, dass sie in Bamberg sichtbar und erfahrbar wird.

Wolfram Haupt, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, OB-Kandidat Stadt Coburg

Ich würde auf jeden Fall fortsetzen, was wir Coburger Grünen in den letzten Monaten begonnen haben: viele Veranstaltungen vor Ort, die sachlich Informieren und einen überparteilichen Austausch und Gespräche ermöglichen: unsere Wärmepumpen- und Solaraktionstage, “Frauen in die Politik“-Lesung und der inspirierende Vortrag zu einer menschenfreundlicheren Innenstadt wie die Zukunftswerkstatt zum gleichen Thema. Als Oberbürgermeister wäre ich jederzeit ansprechbar und würde mich (wie jetzt schon) aktiv in die Bürgerenergiegenossenschaft einbringen.

5. Die Auswirkungen des Klimawandels wie Extremwetter oder wirtschaftliche Folgen können in der  Gesellschaft zu Zukunftsangst und Unzufriedenheit führen. Dies kann politische Extreme, Populisten und demokratiefeindliche Strömungen stärken. Mit welchen Maßnahmen / Ideen wollen Sie die Demokratie in ihrer Kommune/Landkreis stärken?

Antworten:

Hans-Günter Brünker, VOLT, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Gerade angesichts von Zukunftsängsten ist Beteiligung entscheidend – sowohl in der Planungsphase als auch später im Betrieb.

Sie fördert das Verständnis für notwendige Maßnahmen, ermöglicht sinnvolle Verbesserungsvorschläge und erhöht die Akzeptanz in der Bevölkerung (insbesondere bei Energieerzeugungsprojekten auch durch direkte Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg). So wird Klimapolitik als gemeinsames Projekt erlebt – und nicht als etwas, das „von oben“ verordnet wird.

Dominik Sauerteig, SPD, Oberbürgermeister Stadt Coburg

Ganz wesentlich ist es den Bürgerinnen und Bürgern zuzuhören und ihre Perspektive zu verstehen. Und ausgehend davon tatsächlich wahrgenommene Bedürfnisse und Herausforderungen anzugehen und zu lösen. Ich will das an einem Beispiel konkret machen. Als ich 2020 ins Amt kam herrschte ein massiver Mangel an Hausärzten. Viele ältere Menschen und deren Kinder haben sich vollkommen verzweifelt an mich gewandt. Ich habe dann sehr schnell entschieden mich diesem Thema anzunehmen, auch wenn das Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung gewesen wäre. Zwischenzeitlich konnten wir seit 2022 mehr als 10 Ärzte ansiedeln. Jeder und jede findet nun einen Hausarzt.

Kurz zusammengefasst: Ich glaube fest daran, dass zuhören, verstehen und machen dazu beiträgt, dass die Menschen erkennen, dass im Coburger Rathaus in der Gegenwart und in der Zukunft für Sie und ihre Bedürfnisse gearbeitet wird.  Das entzieht Extremisten und Populisten ihre Grundlage und stärkt ganz konkret unsere Demokratie.

Sebastian Niedermaier, SPD, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Es braucht nachvollziehbare Entscheidungen, verständliche Kompromisse und vor allem gute Kommunikation – keine von oben verordneten Maßnahmen ohne Dialog. Die vergangene Stadtratsperiode hat gezeigt, dass selbst sinnvolle Projekte an fehlender Einbindung und Transparenz scheitern können, etwa bei der Bepflanzung der Siemensstraße.
Um die Demokratie zu stärken, setze ich auf frühzeitige Beteiligung, offene Kommunikation und tragfähige Kompromisse, wie z.B. mein Vorschlag bei der nördlichen Promenade. Wenn Menschen den Sinn von Maßnahmen verstehen, ihre Perspektiven einbringen können und Lösungen gemeinsam entwickelt werden, stärkt das Vertrauen in demokratische Prozesse und wirkt extremen Positionen entgegen. Dafür braucht es eine integrierende Kraft über alle demokratischen politischen Lager hinweg.

Carsten Höllen, SPD, Landratskandidat Kreis Coburg

Um die Demokratie zu stärken und gesellschaftlicher Unzufriedenheit entgegenzuwirken, plane ich:

  • Plattformen für Bürgergespräche zu zentralen Themen.
  • Demokratie und Partizipation in Kitas und Schulen früh fördern.
  • Fortführung des Bundesprogramms „Demokratie leben“ zur Unterstützung lokaler Initiativen.

Darüber hinaus ist der Schutz der Bevölkerung, Katastrophenprävention und die Absicherung der zivilen Infrastruktur ein zentrales Anliegen. Extremwetter, Hochwasser und andere Krisen sollen frühzeitig erkannt, vorbereitet und gemeinsam mit den Gemeinden bewältigt werden. So sichern wir nicht nur Menschenleben, sondern auch die Funktionsfähigkeit unserer Region.

Thomas Ochs, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, Landratskandidat Kreis Bamberg

Demokratie wird vor Ort gestärkt, wenn Politik handlungsfähig ist, Beteiligung ernst meint und konkrete Verbesserungen im Alltag spürbar werden. Dazu gehört eine verlässliche Energieversorgung, bezahlbare Kosten, eine klimaangepasste Infrastruktur und ein funktionierender Katastrophenschutz.

Ein wichtiger Beitrag ist zudem die finanzielle Beteiligung von Bürger*innen an der Energieerzeugung – etwa über Bürgerenergiegenossenschaften, Bürgerfonds oder Beteiligungen an Projekten einer kommunalen Energiegesellschaft. Wer von der Energiewende profitiert, identifiziert sich stärker mit ihr.

Darüber hinaus will ich Ehrenamt und Zivilgesellschaft stärken, Jugendbeteiligung ausbauen und Konflikte durch frühzeitige Moderation und transparente Entscheidungsprozesse entschärfen. So entsteht Vertrauen in demokratische Institutionen – gerade in Zeiten großer Veränderung

Claudia John, Freie Wähler, OB-Kandidatin Stadt Bamberg

Demokratieförderung heißt Bildungsarbeit und damit sind nicht nur Kinder gemeint. Durch Förderung gezielter Projekte wie „Demokratie leben“, Unterstützung der Kultur, schaffen von Begegnungen oder echten Beteiligungsformaten können viele Vorurteile abgebaut werden.

Alexander Graf, DIE LINKE, Landratskandidat Bamberg

Die Demokratie wollen wir durch verschiedene Maßnahmen stärken. Zum einen liegt ein Schwerpunkt auf der im vorangegangen Punkt erläuterten Beteiligung von Bürger*innen an der Politik vor Ort. Dies kann Entfremdungsgefühle abbauen und gelebte Demokratie durch Beteiligung stärken. Zukunftsangst und das Erstarken rechtsextremer, demokratiefeindlicher Strömungen können allerdings nur dann nachhaltig bekämpft werden, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Probleme behoben werden. Eine ausufernde Ungleichheit, unternehmerische Profitinteressen, die Schwierigkeiten mit denen Menschen bei der Suche einer bezahlbaren Wohnung konfrontiert sind und eine sich vergrößernde Armut schaffen Perspektivlosigkeit und münden schließlich darin, dass Menschen sich von der Demokratie abwenden.

Die Probleme, die die Menschen wirklich beschäftigen, gilt es anzugehen. Einen funktionierenden ÖPNV, die Bekämpfung von Armut, einen wirklichen Fokus auf Bildung, beitragsfreie Kitas, sanierte Schulen, bezahlbare Wohnungen, der Ausbau von erneuerbaren Energien, das Bekämpfen der Klimakrise. Die AfD ist dabei zum einen Ausdruck vernachlässigter Probleme und zum anderen ein Abbild des tief sitzenden Rassismus und anderer Ressentiments in unseren Strukturen. Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit lassen sich dadurch am effektivsten bekämpfen, indem Menschen bei ihren wirklichen Problemen und ihren Ursachen geholfen werden und sie als selbstwirksame und würdige Personen verstanden werden. Beides sind leider Dinge, die seit Jahrzehnten vernachlässigt werden. Zusammen mit einer stärkeren Beteiligung aller Bürger*innen kann so die Demokratie belebt werden und rechtsextremen und demokratiefeindlichen Strömungen der Wind aus den Segeln genommen werden. Dem Hass der Rechten setzen wir die Solidarität der Vielen entgegen. Wer soziale Sicherheit garantiert, schützt die Demokratie am wirksamsten!

Christian Gunsenheimer, Freie Wähler-CSB, OB-Kandidat Stadt Coburg

Wir werden erklären, zuhören und Lösungen umsetzen. Versprechungen, die nicht haltbar sind, zerstören das Vertrauen. Wir müssen uns als Entscheider auch manchmal eingestehen, dass wir keine Lösungen, die jeden zufrieden stellen haben. Und wir müssen wieder öffentlich die unterschiedlichen Auffassungen diskutieren. Eine künstliche Harmonie und das ständige Gefühl von erzwungenen Lösungen ist Gift für die Demokratie. Also lasst uns streiten, aber lasst uns auch dabei den Menschen gegenüber nicht vergessen.

Johannes Frey, DIE LINKE, OB-Kandidat Stadt Bamberg

Um Zukunftsängste und demokratiefeindliche Strömungen zu bekämpfen, setzen wir auf eine Kombination aus sozialer Sicherheit, Chancengleichheit und aktiver Beteiligung. Ein funktionierender ÖPNV, bezahlbare Wohnungen, Bildung, beitragsfreie Kitas, sanierte Schulen sowie ein schneller Ausbau erneuerbarer Energien adressieren die realen Probleme der Menschen. Gleichzeitig fördern wir direkte Mitsprache, transparente Informationen und Inklusion aller Bürgerinnen und Bürger. So stärken wir das Vertrauen in die Demokratie und schaffen eine widerstandsfähige, solidarische Stadtgesellschaft, in der Rechtsextremismus und Populismus kaum Chancen haben.

Wolfram Haupt, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, OB-Kandidat Stadt Coburg

Ehrlicherweise sind wir da alle als Gesellschaft und Gemeinschaft gefragt, auch als politische. Wir haben in der Stadt einige Gruppierungen, die sich sehr stark für die Demokratie einsetzen, ich nenne jetzt einmal stellvertretend die „Omas gegen Rechts“. Mit ihnen zusammen und auch wir demokratischen Parteien gemeinsam sollten aufklären, verändern und öffentlich sein.

Coburg bietet Vieles, aber Manches kommt nicht bei allen unseren Bürger*innen an. Hier, in unserer vergleichsweise reichen Stadt, ist eine gute Zukunft möglich mit günstigeren Mieten, günstigerer Energie und einer lebendigen, grüneren Innenstadt. Dahin geht der Weg und das will ich auch unseren Coburger:innen zeigen und erzählen.

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